Maronen rösten: im Ofen, in der Pfanne und glasiert zum Rotkohl
Maronen einkaufen, einschneiden, im Backofen oder in der Pfanne rösten und leicht schälen, dazu glasierte Maronen, Maronensuppe und der Unterschied zur Rosskastanie.
Wenn es draußen früh dunkel wird und der Duft von gerösteten Maronen über den Weihnachtsmarkt zieht, beginnt für viele die gemütlichste Zeit des Jahres. Dabei musst du Maronen gar nicht in der Tüte vom Stand kaufen: Im Backofen werden sie genauso gut, und als glasierte Beilage zu Rotkohl, Gans oder Wild gehören sie zu den schönsten Herbstzutaten überhaupt. Das Einzige, was beim ersten Mal Nerven kostet, ist das Schälen. Mit dem richtigen Schnitt und etwas Dampf geht es aber erstaunlich leicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Maronen haben von Oktober bis Dezember Saison. Gute Früchte sind schwer, glänzend und prall.
- Die gewölbte Seite kreuzweise oder quer einschneiden, sonst platzen sie im Ofen.
- Im Backofen bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 20 bis 25 Minuten rösten, mit einer Schale Wasser im Ofen.
- Noch heiß in ein feuchtes Tuch wickeln, kurz ruhen lassen und dann schälen, solange sie warm sind.
- Rosskastanien aus Parks sind nicht essbar. Esskastanien erkennst du an der Spitze und der stacheligen Hülle mit vielen feinen Stacheln.
Maronen oder Esskastanien?
Botanisch stammen beide von der Edelkastanie, einem Baum, der in Südeuropa und in milden Gegenden Deutschlands wächst, etwa in der Pfalz, am Oberrhein und im Taunus. Als Maronen oder Maroni bezeichnet man gezüchtete Sorten mit großen, herzförmigen Früchten, von denen meist nur eine in der stacheligen Hülle sitzt. Ihre Samenhaut lässt sich leichter lösen, und sie schmecken süßer. Esskastanien im engeren Sinn sind die kleineren Früchte wild wachsender Bäume. Sie sitzen zu zweit oder dritt in der Hülle und sind innen oft durch eine Haut geteilt. Beides kannst du gleich zubereiten, Maronen sind nur bequemer.
Die meisten Maronen im Handel kommen aus Italien, Frankreich, Spanien, Portugal oder der Türkei. In der Pfalz heißen die heimischen Esskastanien „Keschde“, und im Oktober gibt es dort eigene Kastanienwochen.
Vorsicht: Rosskastanien sind giftig
Rosskastanien aus Parks und Alleen sind keine Verwandten der Esskastanie und dürfen nicht gegessen werden. Sie enthalten Saponine, die Magen und Darm reizen. Der Unterschied ist leicht zu sehen:
| Merkmal | Esskastanie / Marone | Rosskastanie |
|---|---|---|
| Hülle | dicht mit vielen feinen, langen Stacheln besetzt, wie ein Igelball | grün, ledrig, mit wenigen kurzen, dicken Stacheln |
| Frucht | flach bis herzförmig, mit einer hellen, haarigen Spitze | rund, glatt, ohne Spitze, mit großem hellem Fleck |
| Größe | oft kleiner als eine Rosskastanie | groß und glänzend |
Wenn du selbst sammelst, nimm nur Früchte, die du sicher bestimmen kannst.
Einkaufen und lagern
Gute Maronen sind schwer für ihre Größe, glänzen und haben eine pralle, straffe Schale. Wenn du auf eine drückst, sollte sie nicht nachgeben. Matte, leichte Früchte mit Löchern sind ausgetrocknet oder von Larven des Kastanienwicklers befallen.
Ein einfacher Test vor dem Rösten: Lege die Maronen in eine Schüssel mit Wasser. Früchte, die oben schwimmen, sind häufig hohl, ausgetrocknet oder befallen. Sortiere sie aus.
Frische Maronen sind lebendige Früchte und verlieren schnell Wasser. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich in einem Papier- oder Stoffbeutel etwa eine bis zwei Wochen. Bei Zimmertemperatur in einer Plastiktüte schimmeln sie schnell. Größere Mengen kannst du nach dem Rösten und Schälen einfrieren.
Einschneiden: der wichtigste Schritt
Die Schale ist dicht. Beim Erhitzen bildet sich innen Dampf, und eine nicht eingeschnittene Marone kann mit einem lauten Knall platzen. Leg die Marone mit der flachen Seite auf ein Brett und schneide mit einem kleinen, scharfen Messer die gewölbte Seite ein. Zwei Varianten haben sich bewährt:
- Kreuzschnitt: ein Kreuz von etwa zwei Zentimetern über die gewölbte Seite.
- Querschnitt: ein langer Schnitt quer über die Wölbung, fast von einer Seite zur anderen. Viele finden, dass sich Maronen damit noch leichter schälen lassen.
Schneide durch die harte Schale und ein wenig in die Samenhaut, aber nicht tief ins Fruchtfleisch. Es gibt spezielle Maronenmesser mit kurzer, gebogener Klinge, die sicherer in der Hand liegen. Halte die Finger beim Schneiden aus der Schnittrichtung, die runde Schale rutscht leicht weg.
Maronen im Backofen rösten
- Heize den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor.
- Weiche die eingeschnittenen Maronen zehn Minuten in Wasser ein. So bleiben sie innen saftiger.
- Lege sie mit der eingeschnittenen Seite nach oben auf ein Backblech.
- Stelle eine ofenfeste Schale mit Wasser auf den Ofenboden. Der Dampf verhindert, dass die Maronen austrocknen.
- Röste sie 20 bis 25 Minuten, bis sich die Schnitte weit geöffnet haben und das Fruchtfleisch goldgelb ist.
- Schlage sie heiß in ein feuchtes Küchentuch ein und lass sie fünf Minuten ruhen.
- Schäle sie, solange sie noch warm sind: Schale aufbrechen und die hellbraune, pelzige Samenhaut gleich mit abziehen. Kalte Maronen lassen sich deutlich schwerer schälen.
Die Samenhaut schmeckt bitter und sollte möglichst vollständig ab. Bleibt sie in den Furchen hängen, hilft es, die Marone noch einmal kurz in den Ofen zu legen.
In der Pfanne rösten
Ohne Backofen geht es in einer schweren Pfanne mit Deckel, am besten aus Gusseisen. Gib die eingeschnittenen Maronen ohne Fett hinein, decke sie zu und röste sie bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten. Schüttle die Pfanne alle paar Minuten, damit nichts anbrennt. Für den Holzofen oder den Kaminofen gibt es gelochte Maronenpfannen, in denen die Früchte direkt über der Glut rösten.
Kochen statt rösten
Für Püree, Füllungen und Suppen kannst du Maronen auch kochen. Schneide sie ein, gib sie in kochendes Wasser und gare sie 20 bis 30 Minuten. Nimm sie portionsweise heraus und schäle sie, während der Rest im heißen Wasser bleibt. Gekochte Maronen sind weicher und schmecken milder als geröstete.
Wer keine Zeit zum Schälen hat, greift zu vorgegarten, vakuumverpackten Maronen. Sie sind teurer, aber für Rotkohl und Füllungen eine gute Abkürzung.
Glasierte Maronen zum Rotkohl
Glasierte Maronen sind die klassische Begleitung zu Apfelrotkohl, Gänsebraten und Wild. Für vier Personen:
- 400 g geschälte Maronen, geröstet, gekocht oder vorgegart
- 2 EL Zucker
- 20 g Butter
- 100 ml Gemüse- oder Geflügelbrühe
- Salz, optional ein Zweig Thymian
Lass den Zucker in einer Pfanne hell karamellisieren, ohne zu rühren. Gib die Butter dazu und schwenke die Maronen darin, bis sie rundum glänzen. Lösche mit der Brühe ab und lass alles bei mittlerer Hitze einkochen, bis die Flüssigkeit sirupartig ist und die Maronen überzieht. Mit einer Prise Salz abschmecken. Ein Schuss Apfelsaft statt eines Teils der Brühe passt gut zu Rotkohl.
Maronensuppe in 30 Minuten
Dünste eine fein gewürfelte Zwiebel und eine Stange Sellerie in Butter an, gib 300 Gramm geschälte Maronen und einen kleinen gewürfelten Apfel dazu und gieße mit 800 Millilitern Brühe auf. Lass alles 20 Minuten köcheln, püriere die Suppe fein und verfeinere sie mit einem Schuss Sahne, Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat. Geröstete Brotwürfel oder ein paar zerbröselte Maronen obenauf machen sie festlich.
Häufige Fragen
Kann man Maronen roh essen?
Roh sind sie hart, schmecken herb und sind schwer verdaulich. Ihre Stärke wird erst durch Hitze weich und süß. Iss Maronen deshalb immer geröstet oder gekocht.
Wie lange halten geröstete Maronen?
Geschält und abgedeckt im Kühlschrank etwa drei Tage. Eingefroren halten sie mehrere Monate und eignen sich danach gut für Suppe, Püree und Füllungen.
Sind Maronen glutenfrei?
Ja, Esskastanien enthalten kein Gluten. Maronenmehl wird deshalb gern für glutenfreies Gebäck verwendet. Bei Fertigprodukten solltest du trotzdem die Zutatenliste prüfen.